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Ankunft in Kanada 7.8.08

7.August 2008

 

Ich wache um 6 auf und packe noch meine letzten Sachen für den Flug nach Kanada. Christian steht schon fleißig in der Küche und macht Müsli. Plötzlich kommt eine Ansage im Deutschlandfunk, dass die Lufthansa Cityline streikt, wir gucken im Internet nach und tatsächlich sind alle Flüge von Dresden nach München gesperrt (Panik?!? NEIN!). Mama sagt wir fahren nach München und ehe ich mich noch ordentlich von meinen Geschwistern verabschieden kann sitzen Papa, Mama und ich auch schon im Auto und fahren über die Autobahn Richtung München (mit 120 km/h). Gegen um 10 erreichen wir die Hauptstadt Bayerns, suchen uns einen Parkplatz und schon stehen wir vorm Quick Check-in. Mein großer Koffer wird jedoch vom Computer wegen Übergewicht nicht akzeptiert, deswegen müssen wir uns noch am Check-in Schalter anstellen. Die Frau dort ist zum Glück sehr nett und wir müssen trotz der 3 Kilo nichts zuzahlen. Ich verabschiede mich von meinen Eltern und gehe durch die Sicherheitskontrolle. Am Gate treffe ich die anderen von IST und schon geht’s ab ins Flugzeug. Ich werde von der Stewardess gebeten mit einer Frau den Platz zu tauschen weil diese neben ihren Kindern sitzen will. Ich schaue mir nach mehreren Neustarts auf dem Fernseher Kungfu Panda an, was ich sehr lustig finde. Der Typ neben mir schläft die ganze Zeit und ist auch sonst nicht sehr sympathisch. Dann wird das Mittagessen serviert: Gulasch mit Rostkartoffeln, Salat und Himbeergrütze zum Nachtisch (schmeckt alles sehr steril aber es geht). Ich schlafe erstmal 2 Stunden und danach schaue ich mir XXX the next Level auf meinem Laptop an. Zum Abendbrot gibt es Weißwurst im Brötchen. Und dann einige Zeit später wird endlich die Landung angekündigt und unser Flugzeug bremst von 800 auf 500 km/h ab. Wir kommen bei wunderschönem Wetter in Montreal an. Am Ausgang werden wir schon von einer Schar Menschen erwartet, darunter auch meine Gastmutter Nadine mit ihrem kleinen Sohn Simon (6). Wir fahren Richtung neues zu Hause, allerdings verlängert sich die Fahrt durch lange, ausgedehnte Staus. Unsere Gastmutter fragt uns wie die Reise war und was es zum Mittag gibt (oder Abendessen ich weiß nicht ganz genau um 17 Uhr). Wir versuchen sie so gut als möglich zu verstehen, was wir fast geschafft hätten. Unser Haus ist zweistöckig und besitzt einen kleinen Garten, wie in amerikanischen Filmen. Johannes und ich teilen uns ein kleines Zimmer mit einem Doppelstockbett. Wenig später sitzen wir mit der ganzen Familie am Tisch und essen Pommes in Bratensoße und Hähnchen (typisch Fastfood halt). Danach laufen wir mit Carl (14) zur Sportanlage und schauen seinem Vater Raymond beim Baseball zu. Gegen halb zehn gehen wir ins Bett, weil wir sehr erschöpft von der Reise sind.

An diesem Tag sind mir ein paar Unterschiede zu Deutschland aufgefallen:1. die Autos haben vorn kein Nummernschild, 2. An jeder Kreuzung sind von jeder Richtung Stoppschilder, 3. alle Räume sind stark klimatisiert, wodurch ich im Haus mit Pullover rumlaufe.

17.8.08 15:01


2.Tag

8.August 2008

 

Ich wache um 10 Uhr auf und gehe mich in aller Ruhe duschen. Dann esse ich zusammen mit Johannes Frühstück, es gibt Cornflakes und Toastbrot. Um 12 fahren wir los zum Kino und schauen uns Batman le Chevalier noir an (ich verstehe fast kein Wort, ist aber trotzdem nicht schlechtJ). Den Nachmittag verbringen wir mit Computerspielen und schon geht es auch schon wieder zum Essen (wie schnell die Zeit vergehtL). Heute kocht meine Gastmutter selbst: Reis mit Blumenkohl, Brokkoli und Schnitzel und dazu Gurken und Tomaten. Als zweiten Gang essen wir dann Maiskolben (sehr lecker!!) und erfahren das das sehr oft gegessen wird in Kanada. Am Abend schauen wir uns noch ein paar Simpsonsfolgen an und surfen im Internet. Halb neun geht’s dann schon wieder ins Bett (der Tag war sehr kurz, jedenfalls kam es mir so vor).

17.8.08 15:41


3.Tag

9.August 2008

 

Heute fahre ich nach dem Frühstück zusammen mit Carl und Jojo mit dem Fahrrad (wenn man das noch als solches bezeichnen kann: verrostete Kette, Platten, fast funktionierende Bremsen und Gangschaltung= Schrott) zu einem kleinen Musikladen, weil Jojo sich eine Bassgitarre kaufen will. Der Laden ist sehr klein und seine Auswahl dadurch sehr begrenzt (es gibt nur Gitarren und Trommeln). Sie haben auch nur eine einzige Bassgitarre und die ist nach Jojos Analyse auch noch sehr schlecht. Also fahren wir mit leeren Händen wieder nach Hause und holen uns in Belle Provence unser Mittagessen: 3xPoutine und 4 Hotdogs für Cedric. Johannes und ich sind nach einem Viertel ihrer Portion satt (in Deutschland würde man so ne Portion für 5 Leute nehmenJ), nur Carl ist seine natürlich auf. Danach spielen wir zu dritt auf der Strasse Hockey, das wird aber bald langweilig und wir laufen zu einem nahe liegenden „Park“ und spielen dort mit einem Fußball hin und her. Wir gehen wider  nach Hause weil Karl es schafft den Ball auf eine 2,50 m hohe Hecke zu schießen und wir keine Chance haben ihn zurückzuholen. Am Abend leihen wir uns in der Videothek einen Film aus über einen Mann, der von seinem Sportlehrer immer gepeinigt wurde. Als er dann voll im Berufsleben steht, bekommt seine verwitwete Mutter plötzlich einen Freund… sein alter Sportlehrer. Und er versucht natürlich ihn wider loszuwerden, sehr witzig und durch den englishen Untertitel auch gut verständlich. Und schon ist der dritte Tag vorbei.
26.8.08 22:08


4.Tag

10.August 2008

 

Heute ist Sonntag also schlafen wir schön aus und nach dem Mittag geht es ab zu den Großeltern. Die haben um die 10 neugeborenen Katzen, was sehr süß und auch lustig ist, weil sie sich immer in unsere Schuhe legen. Wir spielen mit Carl eine Runde Dart, wobei ich gnadenlos gegen Jojo verliere. Danach gehen wir nach draußen und schießen mit Pfeil und Bogen auf irgendwelche Gegenstände im Garten, während Ced versucht einen Drachen steigen zu lassen und Simon in den Bäumen rumturnt. Wir werden zum Abendessen gerufen (Nudeln mit Gulasch) und spielen danach eine Runde „Le Roi qui bloque“: Jeder Spieler bekommt eine Karte, der Spieler links vom Geber beginnt. Er hat die Wahl entweder er behält die Karte oder er tauscht sie mit seinem linken Nachbarn. Das geht die Runde rum und der letzte darf entweder seine Karte behalten oder er darf den Stapel an irgendeiner Stelle abheben und die Karte nehmen. Der oder die Spieler mit der niedrigsten Karte bekommen einen Minuspunkt, wobei Ass, 2, 3… K gilt. Wenn man einen König auf der Hand hat darf man diesen vorzeigen und man muss nicht tauschen. Wenn man 5 Minuspunkte hat ist man raus, aber der erste der raus wäre bekommt einen Minuspunkt extra. Das Spiel macht großen Spaß und ist sehr einfach, am besten ist daran das man es fast mit beliebig vielen Leuten spielen kann (bis zu 50). Danach versuchen wir uns noch auf dem Laufband der Großeltern und schon heißt es wider Abschied nehmen, ab nach Hause und ins Bett.

26.8.08 22:09


5.Tag

11.August 2008

 

Wir stehen halb 8 auf, weil heute der erste Schultag ist und wir halb 9 von Pierre abgeholt werden. Wir sind kurz vor um 9 an der Schule und müssen davor warten bis alle angekommen sind. Dann wird erstmal die Gruppe aus über 60 Leuten in 4 kleinere Gruppen eingeteilt (je nach Jahren französisch in der Schule). Wir gehen mit Clodine, der Lehrerin für Musik und Kunst und noch so manches anderes. Sie trägt ein Kopftuch und kleidet sich auch sonst der jugendlich, naja ist die Lehrer sind alle noch nicht sooo alt. Ich verstehe sie eigentlich ganz gut, obwohl sie ständig zwischen englisch und französisch wechseltJ. Sie gibt uns erstmal ein paar allgemeine Instructions und danach teilt sie noch ein Arbeitsheft für unseren Unterricht für die zwei Wochen aus. Das Klassenzimmer sieht eigentlich nicht viel anders aus als bei uns, außer das jeder alleine sitzt, wodurch die Aufmerksamkeit ein wenig erhöht wird. Dann erklärt sie uns erstmal den Unterschied zwischen Verben, Substantiven und AdjektivenJ. Nach den zwei Stunden bei ihr haben wir bei Paul, dem Geolehrer. Er erklärt uns, das Kanada das zweitgrößte Land auf der Welt ist und zeigt uns die Aufteilung Kanadas in 10 Provinzen und 3 Territoires. Ontario ist wenn man mit dem Auto fährt „blablablablabla“ Paul. Und das schönste Land auf der Welt: …genau es ist nicht Deutschland, sondern Quebec!!!(Paul). Halb eins fahren wir dann mit dem gelben (wie im Film aussehenden) Schulbus zu einem Strand in der Nähe. Ich war am morgen etwas skeptisch, weil es extrem kalt war und am Tag zuvor geregnet hatte, aber das Wetter meint es gut mit uns. Der Strand ist wunderschön (ohne Algen und Muscheln). Wir spielen ein paar lustige Spiele um die anderen aus der Gruppe näher kennen zu lernen. Beim ersten setzten sich immer 20 Leute im Kreis auf ihre Handtücher (also 3 Gruppen). Dann bekommt jeder eine Karte und eine Lehrerin zieht von einem Kartenspiel immer eine Karte und sagt die Farbe, alle mit der Farbe dürfen eins nach links rücken, gewonnen hat der, der zu erst rum ist. Das lustige daran ist, dass wenn jemand auf einem draufsitzt man nicht rutschen darf. Beim zweiten Spiel sitzen alle in einer Reihe auf ihren Handtüchern und Etienne nennt irgendeinen Gegenstand, den man so schnell wie möglich holen muss weil jede Runde einige Handtücher und dadurch auch einige Leute aus dem Spiel, die Schwierigkeit: ich kenne viele französische Begriffe nicht also schaue ich was die anderen holenJ. Und schon geht es los: Schuhe, Blätter, Steine, Sand, Wasser, Stifte, MädchenJ, … Dann bilden wir kleine Gruppen (6 Leute) und wir bekommen einen Namen eines Tieres und müssen das richtige Foto dazu raussuchen und danach das Tier mit Sand nachbauen: dabei entstehen richtige Kunstwerke. Danach gehen wir erstmal baden, weil es wirklich jetzt sehr angenehm warm ist. Dann noch das letzte Spiel wieder in den kleinen Gruppen von zuvor ausgetragen wird: das Volleyballnetz wurde mit einer Plane zu einer Wand umgewandelt. Jede Mannschaft erhält 5 Wasserbomben, die sie nun ins gegnerische Feld wirft. Bei wem zuerst 5 Bomben zerplatzt sind ist raus, das lustige ist, dass man die Gegner nicht sieht und dass die Wasserbomben im Sand nicht immer zerplatzen. Wir gewinnen 5 mal in Folge bis wir letztendlich besiegt werden. Danach geht’s noch mal baden, sonnen und schon sind wir wieder im Bus und ab nach Hause. Wir gehen schon kurz vor 9 ins Bett weil wir sehr erschöpft sind.
26.8.08 22:10


6.Tag

12.August 2008

 

Heute geht es schon um acht los, weil wir noch Nick und Michelle abholen müssen. Unsere erste Stunde hält Etienne, ein sehr lustiger Typ. Er gibt uns einen kleinen Einblick in die Geschichte Kanadas und von Quebec. Die ersten Leute, die Kanada besiedelten kamen von Asien über das damals noch bestehende Eis im Westen an und breiteten sich von dort aus.

1534 gingen dann die Franzosen als erste an Land um Reichtümer und Biberfell für Francois den I. zu finden. 1608 gründeten sie dann die Stadt Quebec und 1642 Montreal. Die Franzosen verloren den Krieg gegen England und besitzen deswegen nur einen kleinen Teil Kanadas. Heutzutage ist das Oberhaupt von Kanada immer noch die Königin von England. Es gab in den letzten Jahren mehrere Bemühungen um die Unabhängigkeit von Quebec als eigener Staat. 1995 stimmten 49,4% für einen eigenen Staat und 50,6% dagegen. Etienne meint, dass es vielleicht 2010 klappen wird. Die nächste Stunde haben wir bei Paul, bei dem wir ein paar kleine Quizspiele über die Geografie Kanadas machen. Die letzte Stunde für heute ist bei Clodine und sie hat ihren halbe Kleiderschrank mitgebracht und benennt die einzelnen Kleidungsstücke. Am Ende spielen wir noch ein Spiel bei dem einer vorgehen muss und eine Karte mit einem Kleidungsstück drauf bekommt. Er muss es dann wie bei Tabu erklären. Nach einer kleinen Mittagspause fahren wir mit dem Bus nach Montreal. Dort haben wir zwei Stunden Zeit zum Schoppen und Essen. Ich gehe zusammen mit Tobias und Harry(Japaner). Harry will sich eine billige Uhr kaufen will sind wir erstmal eine Stunde damit beschäftigt einen geeigneten Laden zu finden, bis meine Begleiter die Suche aufgeben. Wir gehen gerade wieder aus einem großen Kaufhaus raus und ich sehe an einem Souvenirshop ein paar Uhren mit dem kanadischen Wappen als Symbol hängen. Harry war sehr froh und hat sich eine für 10 $ gekauftJ. Jetzt hab ich aber Hunger und wir gehen zu einem Sandwich Restaurant. Ich bestelle mir ein Sandwich mit vier verschiedenen Sorten Wurst, Käse, Salat und Soße, extrem lecker, es gibt nur ein Problem ich gebe meine Bestellung auf Englisch ab, aber der Verkäufer kann nur Französisch und versteht,dass ich 2 will. Dann versuche ich das irgendwie zu erklären, aber ich verstehe ihn nicht und er mich nicht. Es war sehr sehr lustig. Um 3 gehen wir ins Museum für moderne Kunst und haben dort eine zweistündige Führung. Ich lasse mir das Gerede von jemand aus der Gruppe übersetzten, weil so schnell mit dem französischen einfach noch nicht mitkomme. Einige Kunstwerke waren sehr interessant, andere etwas zu modernJ. Und schon geht’s ab nach Hause und wir gehen mal wieder in die Videothek und leihen uns den Film „War“ aus und stellen fest, dass in Quebec alle Filme, die bei uns ab 18 sind, auf 13 Jahre runtergesetzt sindJ. Ein Actionfilm ist gut weil man nicht alles verstehen  muss und er trotzdem sehr gut ist.

26.8.08 22:18


7.Tag

13.August 2008

 

Heute haben wir 3 Stunden bei Etienne. Wir gehen mit ihm in den Supermarkt und müssen ein Menü für 4 Personen aufstellen. Natürlich nichts kaufen, sondern nur die Preise, die Marke und das Volumen aufschreiben. Es macht großen Spaß das nicht nur aus nem Buch abzuschreibenJ und man lernt auch noch Vokabeln dabei. Wieder im Zimmer werden wir in Dreimann(oder frau)gruppen aufgeteilt und jede Gruppe bekommt einen Katalog vom Supermarkt. Etienne nennt irgendein Produkt und die 3 ersten Teams bekommen einen Punkt. Wir werden extrem knapp zweiter und bekommen leider keinen PreisL. In der dritten Stunde lösen wir einige Aufgaben im Arbeitsheft. Am Nachmittag treiben wir Sport in drei Gruppen zu je 20 Leuten. Meine Gruppe spielt zuerst Fußball, nur das die Beine von 2 Spielern aneinandergebunden werden. Weil ich mit einem Chinesen zusammengebunden bin ist die Kommunikation etwas schwierig. Danach spielen wir Baseball, nur das wir anstatt von Schläger und Baseball einen Fußball nehmen. Mein Team gewinnt mit doppelter Punktzahl. Beim nächsten Spiel steht die eine Mannschaft in einem Volleyballfeld (ohne Netz) und das andere Team bildet Zweiergruppen. Einer der beiden geht ins Feld und muss versuchen so lange wie möglich dem Ball auszuweichen, den die andere Mannschaft nach ihm schießt, nur darf der Schütze nicht laufen, man muss also immer zupassen und wenn man den Ball aus dem Feld raus schießt kostet das viel Zeit ihn wiederzuholen. Der Partner läuft in der Zwischenzeit um das Feld rum und bekommt für jede vollendete Runde einen Punkt. Ich renne 5 Runden bis Fredericke endlich abgeschossen wirdJ(extrem anstrengend). Unsere Mannschaft hat nach einem Durchgang mehr Punkte als die andere nach zweien. Das letzte Spiel ist Hockey nur mit einem Fußball und etwas exotischen Schlägern. Am Abend zurück in Mirabel besuchen wir Michelle, weil sie Geburtstag hat. Wir baden im Pool und spielen Dance Evolution. Danach geht’s wieder nach Hause und wir entdecken ein Schild auf dem Sportplatz mit einem durchgestrichenen Golfspieler, ich pose das nach und Jojo macht ein Foto.

Anbei möchte ich erwähnen das ich mich über jede E-Mail bei ruben@schwerins.de freue und auch jeder Gästebucheintrag bei Blog ist was schönesJ.- auf Antworten muss man teilweise natürlich ein bisschen warten.

 

26.8.08 22:22


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